22.-24. März 2019

Irlandreise

Seit der Vereinsgründung war es uns ein Anliegen unsere Partner in Irland auch einmal persönlich zu besuchen. Von Dublin aus fuhren wir weiter Richtung Westen in das County Clare. Beim gemeinsamen Abendessen mit Eileen von WAGI – We adore Greyhounds Ireland (vormals Clare Greyhound Project) haben wir viele wertvolle Informationen erhalten. Ziel unserer Reise war es ja auch herauszufinden, wie wir WAGI zukünftig nachhaltig unterstützen können. Am folgenden Tag ergab es sich, dass wir miterleben durften, wie Greyhounds ein Neuanfang ermöglicht wird. Natürlich hatten wir Bilder über schlechte Haltungsbedingungen im Kopf, es dann aber mit eigenen Augen zu sehen war ein sehr emotionales Erlebnis für uns. Zwei Grey-Hündinnen wurden vom Besitzer an WAGI übergeben. Sofia und Erin (so haben wir sie später benannt) wussten nicht wie ihnen geschah, und dass genau dieser Moment die alles entscheidende Wende in ihrem Leben bedeutete, war ihnen zu diesem Zeitpunkt ganz bestimmt nicht klar.

Unsere Fahrt führte uns weiter nach Limerick, wo wir kurz Halt vor dem Greyhound Stadion machten. Die Rennbahn selbst ist von einem blickdichten Holzzaun umgeben, von den Geschehnissen dahinter bekommt man von außen nicht viel mit. Das Läuten einer Glocke kündigte den Start eines Rennens an. Huckepack konnte man ein paar Eindrücke sammeln und sehen, wie drei Greys einen Trainingslauf absolvieren mussten. Es waren Sekunden, die man so schnell nicht mehr vergisst, sind doch unsere eigenen Vierbeiner auch einmal auf genau dieser Bahn gelaufen. Sie durften diese Zeit hinter sich lassen und führen nun ein rundum zufriedenes Leben, so viele andere Greyhounds haben ihres hier aber verloren.

Pflegestellen sind in Irland rar und wir konnten uns später an diesem Tag auch ein Bild einer Tierpension im County Tipperary machen, die unter anderem für WAGI Hunde bis zur Ausreise aufnimmt, in einfachen Verhältnissen unterbringt und liebevoll betreut. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durften wir Asha und Zora kennenlernen, noch bevor sie in wenigen Tagen in Deutschland ankommen.

Weiter ging es zu PAWS Animal Rescue Ireland. Neben WAGI bekommen wir auch von PAWS regelmäßig sehr viele Greyhounds anvertraut. Bei einem Rundgang lernten wir die Greyhounds King, Hugo, Claus, Misty und Topsy kennen. An diesem Tag haben wir schon einiges erlebt und die große Menge an Greyhounds und Lurchern hier hat uns sehr betroffen gemacht. Obwohl das Tierheim bereits überbelegt ist, bringt man es kaum übers Herz einem bedürftigen Tier die Aufnahme zu verweigern.

Während unseres Aufenthalts ist uns nicht ein einziger Greyhound auf Irlands Straßen, Wegen oder in Gärten aufgefallen. Es gab für uns, bis auf die Beschilderung am Weg zur Rennbahn, so gut wie keine Hinweise auf deren Existenz und ihr tristes Leben in irgendwelchen verborgenen Hinterhöfen. Für 15 Euro kann man seinen Ex-Champion, seine Top-Zuchthündin oder den nutzlosen Junghund legal mit einem Bolzenschussgerät über die Regenbogenbrücke schicken lassen. Immer weniger Tierheime (dog pounds) nehmen derzeit noch Greyhounds auf, die Vermutung liegt nahe, dass man dadurch negative Berichterstattung vermeiden möchte. Die Rückfahrt nach Dublin am frühen Abend verlief sehr ruhig. Wir mussten, jeder für sich selbst, einen Weg finden mit dem Erlebten, den schönen und auch den weniger schönen Momenten dieses Tages, umzugehen, bevor es Sonntagvormittag wieder zurück nach Hause ging.

Wir haben einige Ideen für gezielte Unterstützung unserer Partner in Irland mitgenommen.

Im Namen von Eileen dürfen wir ein ehrliches und aus tiefstem Herzen kommendes DANKESCHÖN übermitteln. Die Gewissheit, dass wir hinter ihr stehen und sie nicht ganz allein mit all ihren Sorgen und Nöten ist, gibt ihr Mut und Zuversicht Tag für Tag weiterzumachen, auch wenn es oft hoffnungslos erscheint.

Daniela, Rupert und Kerstin

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