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Neues von Calvin

01.03.2018

Es sind jetzt knapp zweieinhalb Monate, seitdem ich mit Calvin eine WG gegründet habe.

Ich war erstaunt, wie reibungslos und schnell er sich in sein neues Zuhause eingewöhnt hat. Nur was das Teilen der WG-Aufgaben angeht, sehe ich ein Ungleichgewicht. Irgendwie spüle, sauge und putze immer nur ich… Die Nächte sind auch relativ ruhig, er steht manchmal auf und positioniert sich neu, aber er schnarcht nicht oder feiert Parties. Nur die Fleecedecke musste ich ersetzen, da ich gesehen habe, wie die in der Nacht Funken schlug, aufgrund der elektrostatischen Aufladung.


Den Garten liebt er auch, vor allem wenn Mr. Squeaky, das Eichhörnchenspielzeug (mit zerstörtem Squeaker) zum Einsatz kommt. Dann ist er nicht zu bremsen. Beim Ballspiel hat er sich sein eigenes Regelwerk zurechtgeschustert und rennt dem Gummiball hinterher, um dann in letzter Minute drüber zuspringen und dann wegzurennen. Ich bin sicher, er weiß was er tut.
Zum Glück haben wir mit der Parkanlage um das Wasserschloss Wittringen hier aber einen Ort, an dem er mittlerweile auch komplett ohne Leine die Spaziergänge absolvieren und sich auf den großen Wiesen ordentlich auspowern kann. Anfangs „flieht“ er gerne mal vor fremden Hunden, aber dann siegt doch fast immer die Neugier und es wird sich beschnuppert, mit dem Schwanz gewedelt und dann gespielt. In den Momenten geht einem einfach nur das Herz auf! ????
Seine merkwürdige Pipihaltung, bei der er nur die Hinterbeine nach hinten streckt und dann laufen lässt, behält er immer noch bei. Nur beim Markieren, was er draussen auch mittlerweile gerne tut, hebt er mal das Bein.
Nicht unerwähnt soll auch bleiben, welch positiven Effekt er auf Menschen hat. Fast jeder der ihn trifft ist von ihm angetan und er geht auch auf alle Menschen freudig zu (wenn man ihn denn lässt). In meinem Freundeskreis ist er bereits fest integriert und wird geliebt. Die ersten 3 Parties hat er auch schon mit Bravour hinter sich gebracht. Selbst meine Mum, die ein Leben lang mit Hundeangst gelebt hat und wohl schlimme Alpträume im Vorfeld gehabt haben wird, kuschelt nun mit ihm oder fährt hinten quasi Kopf an Kopf mit Calvin im Auto mit. Oh Lord, ein Wunder ist geschehen!
Das Einzige, woran wir viel arbeiten mussten war seine Isolationsangst. Anfangs konnte ich nicht mal alleine auf Toilette gehen ohne das wild gefiept und an Türen gekratzt wurde. Oder musste mir beim Wocheneinkauf nach der Rückkehr ins Auto eine Fiep-Jaul-Tirade aus Vorwürfen anhören, wo ich denn gewesen war, was ich mir einbilde und dass er doch gefälligst mitzukommen hat. Gefolgt von dem Versuch nach vorne ins Cockpit durchzubrechen, wobei er natürlich zwischen den Kopfstützen der Rückbank auf halben Wege stecken blieb. Aber durch konsequentes kurzes Verlassen aller möglichen Räume und Wiederkehren (immer nur dann wenn er ruhig war) hat sich das enorm gebessert. Er hat halt langsam verstanden, dass Türen keine Portale zu anderen Dimensionen sind, in denen das Herrchen in ein schwarzes Loch gerissen wird und auf immer verschwindet.
Sylvester lief übrigens super entspannt ab. Wir hatten im Vorfeld „geübt“ und bei der morgendlichen Fellpflege, also in einer Situation vollkommener Entspannung, ca. 3 Wochen vor Sylvester begonnen Knaller- und Raketengeräusche in steigender Intensität über Spotify abzuspielen. So lag Calvin an Sylvester im schwersten Bombenhagel entspannt in seinem Bett neben mir.
An alle Zweifler dort draussen noch die folgende Botschaft: Calvin hat bisher kein einziges Buch „gerissen“ oder auch nur schräg angeguckt. Alle Bücher des Hauses sind intakt und erfreuen sich bester Gesundheit. Die überschüssige Kauenergie leitet er in Knotenbälle aus Baumwolle ab, die er energisch und mit Freude langsam zerlegt. ????
Ich bereue nichts, ganz im Gegenteil. Calvin in mein Leben zu holen war eine der besten Entscheidungen im selbigen. Und ich denke für jeden dort draussen, der mit dem Gedanken spielt sein Leben mit einem Hund zu teilen, gibt es die passende Greyhound-Seele dort draussen, die auf ihn wartet. Ein dickes Danke noch einmal an Pflegemama Sabine und den gesamten Verein!
So, jetzt aber genug der Worte, der Gute wird morgen zwei Jahre alt und die Haferflocken-Thunfisch-Kekse backen sich nicht von selbst!