Neues von Molly
18.01.2017
Du bist nun sechs Wochen in unserer Familie, dazu gehören auch vier Zweibeiner, zwei Wuffis und zwei Katzen. Du hast unser Leben umgekrempelt und du bist wirklich anders, anders als meine bisherigen Hunde, du bist einfach Molly!
Zuhause angekommen, die Tage vergehen wie im Flug und du hast viel zu lernen. Du hast verstanden, dass du nicht alles markieren musst, du hast ein eigenes Bettchen nur für dich, du musst es nicht teilen. Du hast auch einen eigene Hundenapf, der 2x am Tag gefüllt wird um deinen Riesenhunger zu stillen und du musst ihn nicht verteidigen, die anderen zwei Hundedamen haben nämlich auch jede einen. Das Spazierengehen hat dir am Anfang überhaupt keinen Spass gemacht, raus beim Gartentor hast du dich mit allen Vieren dagegengestemmt um mir zu sagen: ich will hier nicht weg, wer weiß ob ich wieder heimkomme. So haben wir dann für eine 20-Minuten-Spaziergang fast eine Stunde gebraucht. Doch auch diese Hürde haben wir gemeistert und jetzt liebst du es, du siehst die Leine und wedelst aufgeregt, weil du weißt, es ist ja so toll draußen zu schnüffeln und Neues zu entdecken. Aber wen wunderts, dieses Gefühl hattest du bestimmt noch nie. Du hast auch bestimmt das erste Mal Schnee gesehen und unter deinen Pfoten gespürt. Es hat dich nicht gestört, selbst der Kurzurlaub in den Salzburger Bergen hat dir gefallen, toben mit Ajka im hohen Schnee und endlich Hund sein dürfen. Bei einem quer liegender Baumstamm verlierst du völlig die Fassung, denn du hast nie gelernt wie es ist die Natur unter deinen langen Beinen zu spüren und über Hindernisse auf Feldern oder Wäldern zu springen. Doch jetzt schaffst du es, wir haben es halt immer wieder mit gutem Zureden versucht und plötzlich hast du es verstanden. Und Stiegensteigen ist wie Hindernisse überwinden, nur dass sich das mehrmals wiederholt, daher sagst du gleich im vorhinein, da müsst ihr mich rauf- oder runtertragen, das mache ich nicht mit. Aber kein Problem, du bist so leicht, dass auch ich dich tragen kann. Das einzige was du noch nicht kapierst: die Katzen in unserer Familie musst du akzeptieren, die darf man nicht jagen oder ihnen weh tun. Das bedeutet noch viel Arbeit, aber du wird auch diese Herausforderung gut meistern.
In der Zwischenzeit haben wir auch erfahren, dass du mehr als 80 Rennen laufen musstest und weil du so gut warst und soviel gewonnen hast musstest du auch ein paar Greyhound-Babys auf die Welt bringen. Da war ich doch sehr traurig! Nicht, dass ich das nicht schon vorher gewusst habe, weil ich dann doch überlegt hätte dich nicht zu mir zu holen, NEIN, es tat mir soooo leid, was man dir das alles angetan hat und, dass ich es sein darf, die dir noch ein schönes Leben ermöglicht, dass du hoffentlich den Schrecken in Irland vergisst und wir dir die Liebe geben können, die du die letzten acht Jahre nicht erhalten hast. Das war es was mich so traurig aber auch wütend gemacht hat. Was tut man euch an, warum sind Menschen so grausam?
Auch ich habe einiges gelernt seit du bei mir bist: Greyhounds sind wirklich anders, sie sind sensibel und vergöttern ihren Menschen. Hast du ihr Vertrauen weichen nicht mehr von deiner Seite. Ihr Blick und Ihr Verhalten drückt ihre volle Hingabe für ihren Menschen aus. Greyhounds beruhigen auch unsere Seele, denn man braucht Geduld und keine harten, scharfen Worte um einen Greyhound etwas beizubringen. Und du bist so ruhig, wanderst durchs Haus oder beim Spazieren hinter mir her und ich merke es fast nicht, dass du da bist. Sie sind anders und haben es verdient, dass man sie auch so behandelt. Einen großen Nachteil hast du aber auch: wenn mein Spitz Mimi eines Tages nicht mehr sein sollte, muss ich mir eine Alarmanlage zulegen, weil du nämlich jeden freundlich begrüßt und zum Bellen bist du einfach zu bequem. Was mir noch sehr gefällt, dass Greyhounds im Winter immer korrekt gekleidet sind, denn sie brauchen einen Mantel, den du dir ohne Probleme anziehen lässt, du verlangst fast danach, so brav lässt du dir den Mantel über den Kopf streifen. Praktisch sind auch deine langen Beine! Meine beiden anderen Hunde sind viel kleiner und dadurch nach dem Spazieren im Regen immer am Bauch nass, bei dir lieber Molly ist nicht einmal ein Tröpfchen am Bauch und die Pfoten lässt du dir ohne Probleme abwischen, denn du hast Geduld ohne Ende. Das zeigt sich auch beim Zubereiten deines Abendessens, du würdest eine Stunde auch hinter mir stehen und mir zusehen wie ich deine leckere Mahlzeit mache. Der Spitz Mimi hat sich inzwischen schon 10x im Kreis gedreht und vor Freude gebellt, du behältst Kontenance und wartest friedlich.
Liebe Molly, mein Zwirndi, mein Schmusehundi, ich hoffe, dass ich dich noch ganz lange hab und dass du dein Leben bei mir hoffentlich genießt!!!


